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Interview: Malte “Blechfaust” Weber (Starcraft2)

Malte „Blechfaust“ Weber bildet nicht nur das Herzstück der Starcraft 2 Division des 1. Esport Club Frankfurt, sondern er ist auch Mitglied des Streamteams und bespielt hier den Twitchkanal des Vereins jeden Samstagabend. Was er daran besonders gut findet, wie er überhaupt zum Gaming kam und diverse Antworten auf Fragen, an die keiner gedacht hätte, sie zu stellen, gibt es jetzt hier zu lesen.

Erzähl mir was über dich

Mein Name ist Malte „Blechfaust“ Weber. Ich bin vor kurzem 36 Jahre alt geworden und bin vom Alter her das älteste Mitglied im Verein. In den letzten acht Jahren habe ich eine Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel bei Media Markt in Marburg gemacht und dort gearbeitet. Eigentlich wohne ich nur in Marburg, weil ich hier gearbeitet habe. Seit kurzem arbeite ich aber bei einem Betrieb, der Pflegeberatungen & Alltagshilfen und neuerdings auch einen Pflegedienst anbietet. Ursprünglich komme ich aus Gießen, bin aber in Siegen geboren.

Wie kamst du zu StarCraft 2?

Etwa eine Dekade nach „StarCraft: Brood War“ kam 2010 „StarCraft 2: Wings of Liberty“ heraus. Davon habe ich eigentlich nur die Kampagne gespielt. Mein damaliger Computer hat leider nicht für den Multiplayer ausgereicht. Fünf Jahre später sah das zum Glück anders aus.

Ich war damals Fan der Sendung „GameOne“ auf MTV und als MTV 2015 die Sendung eingestellt hat, hat dessen Produktionsfirma sich dazu entschieden einen Internet-TV-Sender zu starten. Eines der ersten Formate von „Rocket Beans TV“ war das Format „Straight 2 Gold“. In diesem Format haben die beiden Moderatoren Daniel „Budi“ Budiman und Simon „Bimon“ Krätschmer versucht, im 2on2 die Gold-Liga zu erreichen. Nach zwei bis drei Folgen hat sich Niklas „Honor“ Behrens von „Bonjwa“ den beiden angenommen und sie gecoacht.

Bonjwa ist ein Unternehmen, welches damals als Esport Schule gestartet ist und mittlerweile „Gaming- und Unterhaltungsformate“ auf Twitch streamt. Damals haben sie primär Content für YouTube gemacht und auf ihrer Webseite eine Academy für „StarCraft 2: Heart of the Swarm“ angeboten. Dienstags gab es auf dem Twitchkanal immer den Community Abend, bei denen StarCraft 2 Matches zwischen Leuten aus der Community gecasted wurden.

Ich habe dort immer wieder mitgemacht und mich auch viel mit Leuten aus dem Team ausgetauscht und gefragt, wie ich mich verbessern kann. Das ist jetzt fast sechs Jahre her.

Und zum Gaming allgemein?

Spiele waren schon immer ein Teil meines Lebens. Angefangen damit, dass ich als Kind Civilisation oder Die Siedler gespielt habe. Ich habe dann immer so lange gespielt, bis der Computer abgestürzt ist. Das kam damals bei den „486-Computern“ einfach gerne vor.

Einige Zeit später kam“ StarCraft“ und die Expansion „StarCraft: Brood War“ heraus (heute StarCraft Remastered). Das war echt cool. Man spielt nacheinander jeweils eine Kampagne mit einer Rasse. Dabei erzählen sie die gesamte Geschichte fortlaufend weiter, ohne dass sich etwas kompliziert überschneidet.

Mir sind schon damals im Internet Videos in – heute milde gesagt – mäßiger Qualität über den Weg gelaufen, in denen man irgendwelche Spieler gesehen hat, die gegeneinander in einer Art Weltmeisterschafft – der WCG (was für World Cyber Games steht) – gespielt haben. Wie gut und bekannt Sie waren, war mir damals nicht klar. Woher auch. Es war die Geburt einer Zeit und Kultur, die heute für uns alle selbstverständlich ist.

Und ich war damals einfach erstaunt. Ich habe – allein schon der Sprache wegen – nicht verstanden, was da abging, aber es war Esport. Und das hat sich so in mein Hirn gebrannt.

Meine eigene Multiplayer-Erfahrung in „Brood War“ war von kurzer Dauer. Meine Freunde und ich haben damals zwei Computer mit einem Null-Modem-Kabel verbunden und so die ersten Matches gegeneinander gespielt. Später haben wir uns BNC-Netzwerkkarten gekauft. Ich musste nach dem Kauf meiner Karte 15 Kilometer von der Stadt zurück nachhause laufen, weil danach das Geld für den Bus nicht mehr gereicht hat. Wenn wir gespielt haben, habe ich aber meistens verloren, weil meine Freunde sich eingebunkert und mich dann überrollt haben. Ich war damals nicht wirklich smart.

Übers Internet habe ich nicht gespielt. Das war damals noch zu neu. 56k Modems… so lange ist das her.

Wie kamst du dann zum kompetitiven Spielen?

Später in meiner Jugend war ich schon immer auf der Suche nach einem Spiel, das ich kompetitiv spielen wollte. Leider hatte ich immer das Problem, das ich mir Spiele ausgesucht habe, die schon etwas Zeit auf dem Buckel hatten und kaum noch gespielt wurden. Angefangen mit „Unreal Tournament 2003/2004“ und rüber zu „Quake 4“, das ich am Ende dann im 1on1 versucht habe zu lernen und zu spielen.

Auch danach war ich dem Esport immer nahe. Ich war eine – im Vergleich kurze – Zeit lang großer „Alternate AttaX“ Fan und bin auch im Jahr 2007 mit dem hauseigenen Fan-Bus zu den EPS Finals nach Köln gefahren. Dort haben das Counter-Strike 1.6- und Counter-Strike Source-Team in den jeweiligen Finals gespielt und diese gewonnen.

Ich hatte danach mit zwei weiteren begeisterten Fans die Idee, einen Fanclub – die „Alternate AttaX FanBase“ aufzubauen. Allerdings haben sich die längeren Fans darüber beschwert, warum sich Alternate uns dafür ausgesucht hat. Warum hat man keine Personen genommen, die schon länger Fans und in der Community besser bekannt sind? Dass wir mit der Idee und einem entsprechenden Konzept auf Alternate zugegangen sind, haben die nicht verstanden und auch gar nicht versucht zu erfragen.

Und wie sieht es aus mit deinen ersten kompetitiven Spielerfahrungen, in denen du selbst spielst?

Mein bester Freund und ich – schönen Gruß an Kristallregen an dieser Stelle – haben uns oft immer wieder gefragt, was aus uns geworden wäre, wenn wir damals bei der Counter-Strike 0.6 Beta (2000) einfach drangeblieben wären und es weiter gespielt hätten…

Dazwischen habe ich versucht, mit zwei weiteren Jungs aus dem Dorf, aus dem ich komme, ein WarCraft III-Team aufzubauen und kompetitiv 2on2 zu spielen. Leider hatte mein Teammate nach zwei Wochen keine Lust mehr auf die Rasse, die er gespielt hat. Dabei hätten wir ein Coaching von einem recht bekannten 2on2-Team mit der selben Rassenkombination bekommen können..

Viel später habe ich mich in „Enemy Territory: Quake Wars“ (ET:QW) versucht und sogar in einem recht bekannten Clan gespielt: „rTg“. Das stand für „Return to Germany“ und der Clan war damals durch sein „Enemy Territory“-Team und ihre zahlreichen Videos bekannt, die sie auf LANs gemacht haben. Eigentlich hieß der Titel „Wolfenstein: Enemy Territory“ und war – ähnlich wie Overwatch – ein Spiel, bei dem man auf einer Karte nacheinander 3-4 Aufgaben erfüllen musste. Ein Klassiker als Beispiel: Hol dir die Sprengladungen, spreng die Mauer auf und stiehl die Dokumente. Und klar, das gegnerische Team muss dich bei jedem Abschnitt eben daran hindern. ET:QW war dann auch so, nur eben in dem futuristischen Setting der „Quake“-Spielereihe.

Wie läuft es aktuell mit der StarCraft 2-Division beim ECF?

Im Vergleich zu anderen Titeln passiert bei StarCraft 2 allgemein weniger. StarCraft bzw. StarCraft 2 ist ein Titel, bei dem man grundlegend für sich alleine spielt. In Ranglistenspielen bekommt man zufällig ausgewählte Gegner zugewiesen, die in einem MMR-Punktebereich um einem herum platziert sind. Und erst in den ganz hohen Ligen begegnet man seinen Gegnern öfters und mehrfach. Manchmal kommt es vor, dass man sich nach dem Match mit dem Gegner über das vergangene Spiel unterhält und sogar Rückspiele (rematch) gegen ihn spielt, um für oder gegen etwas zu üben, das in dem Spiel passiert ist.

Ein paar Mal in der Woche mache ich Ladder-Sessions mit RaccyG – einem Viewer meiner Streams. Wir spielen dann abwechselnd ein Ranglistenspiel und schauen uns über Discord dabei zu. Wir helfen uns gegenseitig während der Matches mit Hinweisen auf die Mini-Map, drohender Supply Blocks, unterbrochener Produktion oder geben Ideen, was man gegen die Armee oder die Spielweise des Gegners machen könnte.

Ansonsten schreibe ich im normalen StarCraft 2 Bereich, wenn mich etwas interessiert oder bewegt – was ich lustig oder interessant finde. Sei es etwas aus einer Clipsammlung, die alle paar Tage veröffentlicht wird oder Wissen, dass ich durch „The Pylon Show“ erlange.

Es gab vor einigen Wochen eine Episode, wo der Host Dan „Artosis“ Stemkoski mit zwei Gästen über Bücher gesprochen hat, aus denen sie Wissen zum Thema „Mindset“ oder Trainingsmethoden für StarCraft oder kompetitives Spielen allgemein erlangt haben. Bücher die zum Beispiel aus dem Bereich Tennis, Poker oder von Persönlichkeiten aus der Wirtschaft kommen. Aber man kann den Bereich oder das Spiel einfach austauschen und die Sachen bleiben trotzdem anwendbar.

Ansonsten habe ich in den letzten Monaten die ersten Erfahrungen mit einer Team-Liga gesammelt und die Begegnungen der StarCraft 2 Division für die ESBD Vereinsliga organisiert. Leider hatten wir wenig Glück, was die Spieler anging, die unsere Gegner aufgestellt haben. Oft waren sie deutlich zu stark oder zu schwach. Aber wir haben uns allen gegenüber sehr fair verhalten und keine Diskussionen losgetreten, wenn organisatorische Missgeschicke aufgetreten sind – egal von welcher Seite aus. Besonders vorbildlich fand ich Christian „Czuppy“ Czupallas Entscheidung, troz eines Default Wins, den er schon in der Tasche hatte, seinen Gegner die zweite Map spielen zu lassen. Wir hätten auch einfach darauf bestehen und mit einen 4:2 „nachhause“ gehen können.

Vor ein paar Monaten haben sich ein paar Mitglieder aus dem Verein an StarCraft 2 probiert. Tonio „FunkyKong“ Jäcker hat früher schon mal StarCraft 2 gespielt und wieder rein geschaut. Thorben „FerY“ Schreiber hat sich zum ersten Mal an das Spiel getraut. Er ist trotz anfänglicher Schwierigkeiten dran geblieben und hat schnell grundlegende Dinge verstanden. Das hat mich sehr gefreut. Zwischendurch hat Johannes „Havior“ Haller zu uns gefunden. Er hat sich während eines Streams auf dem Vereinskanal mit mir unterhalten, sich über den Verein informiert und ist ihm kurz darauf beigetreten. Auch wenn er in München wohnt, hat er seine Wurzeln in Frankfurt.

Vor kurzem hat sich unser Overwatch Spieler, Coach und Schatzmeister Oli „Gamertoc“ Theobald mit mir über das Spiel unterhalten. Nach dem Anschauen und Ausprobieren aller Rassen hat er sich dazu entschieden, sich die Protoss genauer anzugucken und zu spielen. Das schöne daran ist, dass wir bisher keinen Protoss-Spieler im Team haben.

Spielst du auch andere Games?

Ich habe einen riesigen Pile of Shame… Vor einiger Zeit habe ich mal meine Playstation 2 aufgebaut und angefangen Silent Hill 2 zu spielen. Es gibt immer mal irgendwas, was ich versuche nebenbei zu spielen. Bisher war es allerdings so, dass ich keine wirkliche Zeit dafür hatte. Das hat nach ein paar Stunden dazu geführt, dass das dann einfach liegengeblieben ist und ich dann wieder von vorne beginnen musste, wenn ich ein Spiel weiterspielen wollte. Ich bin schon sehr froh, es in den letzten zwei Jahren geschafft zu haben, BioShock, Dead Space 2 und Dark Souls durchzuspielen. Mal gucken, wie sich das in Zukunft mit dem neuen Job verhält.

Und wie sieht es mit deinem Stream aus? Kannst du dir vorstellen auch andere Games zu streamen?

Ich habe bisher fast nur StarCraft 2 gespielt, ja. Aber auch mal „Papers, please“ oder mich an dem ein oder anderen „Diablo 2 Ultra Hardcore Run“ versucht – wenn ich zum Beispiel jemanden vertreten habe. Ich möchte hauptsächlich StarCraft 2 präsentieren und mein Training zeigen – zeigen, wie das Spiel funktioniert und was so passiert. Hierzu habe ich auch zwei Youtube Videos für den Vereinskanal gemacht. Ein drittes steht noch an. Da geht es um das sogenannte Mirror-Match. Aber das muss ich anders angehen als es in den ersten beiden möglich war.

Was ist das Schöne für dich daran Mitglied im Streamteam zu sein?

Ich finde es schön, dass ich deutschen StarCraft 2 Content zeigen kann. Es gibt einige große StarCraft 2 Streams. Entweder streamen bekannte Kommentatoren, wie sie selbst spielen oder man kann Profispielern beim Spielen zuschauen. Gabriel „HeroMarine“ Segat geht sogar so weit, dass er entschieden hat, alles zu streamen. Egal ob es sein Training ist oder die Teilnahme an Turnieren, wo er seine in game Ansicht dann zeigt – natürlich abgesprochen mit den Veranstaltern und mit entsprechender Verzögerung (2-3 Minuten Delay). Aber es gibt nur wenig Deutsch-Deutschen Content.

Es gibt neben der SVL – der StarCraft Vereinsliga – und der ESBD Vereinsliga eigentlich nichts weiter, was rein für deutsche Spieler gedacht ist. Und für die muss man in dem Fall auch leider Mitglied in einem Verein sein. Bis vor ein paar Jahren hat die ESL die ESL Meisterschaft ausgetragen. Allerdings haben in den Finals immer dieselben drei bis vier Spieler um den Pokal gespielt. Ansonsten gibt es nichts deutsch-deutsches mehr. Aber seit ein paar Monaten tut der gute Martin „Maralekos“ Kositz einiges für die deutsche Szene. Er hat die „Maraleague“ ins Leben gerufen und bisher schon drei „maraleCup Germany“ veranstaltet – die er alle auch auf Deutsch castet.

Ich überlege auch immer mal wieder, was man machen könnte, um mal einen Hessen-bezogenen Cup zu veranstalten und wie man diesen bewerben könnte.

Wie würdest du StarCraft beschreiben?

Also angenommen du müsstest das Spiel deiner Oma erklären.

Man muss so schnell es geht Basen aufbauen und Ressourcen abbauen, die in eine Armee investiert werden. Diese muss so aufgestellt sein, dass sie die des Gegners schlagen kann (Stein-Schere-Papier-Prinzip). Ist die Armee des Gegners geschlagen und er hat keine passende Ökonomie und nicht genug Ressourcen in der Rückhand, um schnell eine neue Armee nachproduzieren zu können, dann ist das Spiel praktisch verloren. Wenn das Kontern der gegnerischen Armee nicht reicht, versucht man es mit Taktiken, wie zum Beispiel das gleichzeitige Angreifen an zwei Stellen. Der technische Sieg liegt aber am Ende darin, dass alle Gebäude des Gegners zerstört sein müssen.

Es ist sehr schwer, StarCraft zu beschreiben. Eine oft verwendete Beschreibung ist „Starcraft is a game of incomplete information“. Man kann nur mit dem arbeiten, was man sieht bzw. was man „gescoutet“ – also ausgekundschaftet oder ausspioniert hat.

Würde ich es jedoch meiner Oma erklären wollen, müsste ich ein Brettspiel heraussuchen, dass sie kennt und versuchen, es anhand dessen zu erklären. Das, was auf dem Feld passiert, könnte man zum Beispiel mit Schach vergleichen. Nur eben, dass alles gleichzeitig passiert. Für den Basenbau und das Ressourcen abbauen müsste ich ein anderes Beispiel suchen.

Wenn du ein Lebensmittel wärst, welches wärst du?

Wasser.

Dazu gibt es eine interessante Erklärung von Patric Heizmann.

Ohne Wasser bzw. genug Flüssigkeit kann der Körper nicht vernünftig arbeiten. Man ist träge und kann sich nicht wirklich konzentrieren. Das habe ich damals im Laden auch immer wieder feststellen müssen. Ich hatte oft nicht genug Zeit, um regelmäßig etwas trinken zu können. Und wenn ich es dann mal geschafft habe, habe ich eine anderthalb Liter Flasche Wasser auf einmal getrunken und es ging mir schlagartig besser.

Wenn du eine Person, tot oder lebendig, treffen könntest, wer wäre das?

Geoff “iNcontroL” Robinson, der leider vor eineinhalb Jahren verstorben ist. Ich wollte ihn schon immer mal treffen, aber es hat nie geklappt. Einmal war er auf der GamesCom und hat von dort aus „StarCraft Remastered“ gestreamt, da es gerade veröffentlicht wurde. An dem Tag, an dem ich da war, ist er kurz vorher in den Flieger zurück nach Amerika gestiegen.

Meine Besuche der HomeStory Cups in Krefeld waren im Nachhinein auch immer unpassend gewählt. Wegen meinem alten Job konnte ich entweder nicht hinfahren und er war da oder wenn ich hinfahren konnte, war er nicht da.

Er war eine tolle Persönlichkeit – herzensoffen und unterstützend. Ich glaube wir hätten viele Ansichten geteilt und ich hätte auch noch einiges von ihm lernen können. Er hat Starcraft schon seit den 2000ern gespielt. Immer lustig drauf und hat sich über die Leute lustig gemacht, die sich bei den HomeStory Cups darüber aufgeregt haben, dass er nicht ernsthaft und richtig gecastet hat. Dabei geht es bei diesen Cups einfach darum, dass alle – egal ob Profispieler, Caster oder die Community – Spaß haben und dem Ganzen den Ernst zu nehmen, den die Turniere sonst mit sich bringen.

Ich möchte auch gerne die schottische StarCraft Remastered-Spielerin Zoe „CadenZie“ Summers kennenlernen. Sie war früh von dem fasziniert, was die koreanischen Spieler schon damals mit einer Handvoll Einheiten anstellen konnten. Sie selbst hat erst vor einigen Jahren mit dem Spielen von StarCraft angefangen, aber dabei vor allem bei koreanischen Zuschauern und den dortigen Profis sehr schnell an Beliebtheit gewonnen. Diese haben sie auch viel beim Lernen und Trainieren unterstützt und sie später nach Korea eingeladen. Dort hat sie bis vor ein paar Monaten gelebt und sogar in der „LASL“ – der Lady Afreeca StarLeague mitgespielt. Allerdings musste sie aufgrund der Pandemie und den daraus resultierenden Schwierigkeiten, das Visum verlängern zu können, zurück nach Schottland gehen.

https://www.twitch.tv/cadenzie/about

Wenn du in einer anderen Welt leben könntest, wie wäre diese?

Ich hätte gerne eine Welt wie in „StarTrek“. Dort wurden finanzielle Mittel abgeschafft. Die Menschen machen freiwillig mehr für die „Community“, die Menschheit selbst, weil sie sich keine Sorgen mehr um Geld machen müssen. Und man muss nicht etwas arbeiten, bei dem man sich nicht wohl fühlt oder es einem keinen Spaß bereitet.

Wovor hast du am meisten Angst?

Unterwasser-Bereiche und -welten in Videogames? Nein, Spaß.

Allein durch das Leben gehen zu müssen – abgesehen von Familie und Freunden.

Aber die Unterwasserbereiche in Half-Life oder Quake waren schon echt beängstigend.

Kannst du ein Musikinstrument spielen?

Ist ein Schallplattenspieler ein Musikinstrument?

Nein Malte, Mayonaise ist kein Musikinstrument.

Was, woher ist das? Ich kenne das nicht.

Spongebob.

Oh, ach so. Ja na ja, es sind leider immer wieder Dinge einfach an mir vorbeigegangen.

Mitbekommen, dass es sie gibt und viele sie kennen, schon – aber selbst nicht gesehen.

„Rick & Morty“ oder „Breaking Bad“ zum Beispiel. Ich verpasse super viel. Es gibt einfach niemanden, mit dem ich sowas erleben kann.

Ich habe leider nie gelernt, ein Instrument zu spielen. Das Interesse ist aber auf eine leicht eigene Art und Weise da: Ich mag besonders Trance-Musik aus der Zeit von 1999 bis 2006. Und habe mir eine bisher kleine Plattensammlung mit Promo-Platten aufgebaut. Deshalb habe ich auch einen Zwei-Kanal-Mixer und zwei Plattenspieler mit Pitch-Control. Aber auch dafür finde ich leider immer noch zu selten Zeit…

Wenn ich mich für ein Instrument entscheiden müsste, dann würde ich mir ein Schlagzeug zulegen. Das hat mich als Jugendlicher irgendwie fasziniert.

Bist du ein Katzen- oder Hundemensch?

Meine Eltern hatten immer Katzen – schon seit meiner Kindheit. Ich habe aber auch schon gute Erfahrungen mit Hunden gemacht. Allerdings kommt es immer auf den Hund an. Ich habe nicht mit vielen Hunden einen Vertrag, aber ich könnte mir schon vorstellen, vielleicht später mal einen Hund zu haben. Wenn ich mich jetzt sofort entscheiden müsste, würde ich einfach mal einen Hund nehmen, weil ich Katzen halt schon kenne.

Ich finde allerdings auch ein Chamäleon sehr interessant. Ich gucke sehr oft Videos von dem YouTube-Kanal „The Dark Den“. Dort geht es zwar hauptsächlich um Taranteln, aber Petko hat auch ein Chamäleon namens „Felix“. Irgendwie cool …

Was ist der lustigste Witz, den du kennst?

Uff, der lustigste Witz? Also ich kenne keinen lustigsten Witz.

Ich erinnere mich an etwas… Okay, der wird echt nicht lustig sein.

„Rollt ‘ne Kugel um die Ecke und fällt um.“

Als Jugendlicher haben einer meiner besten Freunde, ein Bekannter von uns und ich zusammengesessen und der Bekannte hat den vom Stapel gelassen. Frag mich nicht wie oder warum, aber wir haben uns eine Stunde lang darüber totgelacht…

Wenn du eine neue Person kennenlernst oder triffst, was fällt dir als erstes auf und worauf schaust du?

Das ist eine echt schwierige Frage, die ich gar nicht genau beantworten kann…

Ich weiß nicht warum, aber wenn man sie sehen kann, dann schau ich oft auf die Füße. Ich guck auch nicht ob die gepflegt sind oder sowas, ich schau halt einfach drauf. Das mag vielleicht auch daran liegen, weil immer viele Leute sagen, sie fänden, dass das hässlichste Körperteil an ihnen ihre Füße sind.

Wenn mich jetzt jemand fragen würde, was ich an meinem Körper am wenigsten mag, dann ist es meine Behaarung. Ich habe überall dort Haare wo ich keine haben will und dort, wo ich gerne welche hätte, wachsen keine mehr.

Abschließend möchte ich mich bei Malte für dieses Interview und auch das nette Gespräch (und auch alle anderen netten Gespräche bis jetzt) bedanken. Im Namen der Redaktion und wahrscheinlich auch des ganzen ECF sage ich danke dafür, dass du Starcraft hier am Laufen hältst, uns erklärst wie man am besten Starcraft spielt und auch dafür, dass du der beste erste Interviewpartner warst, den man sich nur hätte wünschen können. An dieser Stelle möchte ich noch auf Maltes Dailys hinweisen, in denen ihr euch eure tägliche Dosis Starcraft2 abholen könnt. Schaut gerne in seiner Playlist vorbei.

Das war nur der erste Artikel der Interviewreihe des 1. ECF. Jeden dritten Samstag im Monat ist ein neues Interview auf der Website zu finden. Du bist Mitglied im ECF und es gibt noch kein Interview über dich? Du möchtest selbst ein Mitglied des Vereins interviewen? Du hast generell zu viel Freizeit und möchtest der Redaktion unter die Arme greifen? Melde dich gerne bei mir (Redaktionsleitung Jasmin)!

Jasmin Klappenberger

Mein Name ist Jasmin Klappenberger und ich bin 22 Jahre alt. Ich studiere seit 2018 Germanistik und Philosophie an der Goethe-Uni. Dort arbeite ich auch als studentische Hilfskraft in der älteren deutschen Literaturwissenschaft. Aktuell bin ich jedoch an der UiT in Tromsø und mache ein Auslandssemester. Meine Lieblingsgames sind League of Legends und Animal Crossing, ich kann mich jedoch auch für viele andere begeistern. Seit 2019 bin ich stolzes Mitglied des 1. ECFs. Ich mag Kuchen backen (essen eigentlich weniger), Animes, Stricken, Häkeln und Naps.

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